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Jahreshauptversammlung Hospizgruppe Dinkelsbühl e.V. – ein Verein ohne Sorgen

Ausgesprochen gut besucht war die Jahreshauptversammlung des Dinkelsbühler Hospizvereins. „Sind wir für die Zukunft gut gerüstet?“ war eines der zentralen Themen des Rechenschaftsberichtes der Vorsitzenden Hannelore Weißmann. Sowohl seitens des Vorstandes, wie auch der Aktiven konnte diese Frage anhand etlicher Beispiele mit einem uneingeschränkten „Ja“ beantwortet werden.
Als großes Glück bezeichnete die Vorsitzende, dass man weder Nachwuchssorgen noch sonstige Sorgen hätte. Die meisten Aktiven sind langjährig mit dabei, selbst sieben Gründungsmitglieder, des mittlerweile seit 22 Jahren bestehenden Vereins, sind noch aktiv.
Dank der guten Aus- und Fortbildungen ist die Zahl der Aktiven auf momentan auf über 30 Personen angewachsen. Es gäbe keinerlei Konkurrenz- oder Leistungsdenken, jeder Hospizbegleiter bringt sich in dem Maße ein, wie es ihm möglich ist. Manche leisten viele Stunden, andere sind nur sporadisch eingesetzt. Für die gute Zusammenarbeit, den Zusammenhalt untereinander, spiele dies keinerlei Rolle, betonte Weißmann.


Wie von Anfang an angestrebt, gäbe es keinerlei „Oben und Unten“, keine „wichtigeren oder wenig wichtigeren Begleiter“. Alle Aktiven werden immer in alle Belange des Vereins mit einbezogen. Dies könnte ein Grund für die gute Zusammenarbeit zwischen Einsatzleitungen, Vorstand und Aktiven sein, mutmaßte die Vorsitzende.


In vielen Bildern und Zahlen stellte die Schriftführerin, Maria Baumann, das abgelaufene Jahr vor. Vielseitiges und Interessantes wurde wieder lebendig. Gegenüber früher sei allerdings zu verzeichnen, dass mehr Personen in stationären Einrichtungen versterben als zu Hause.
Der Schatzmeister Uwe Kaufmann konnte trotz mehr Ausgaben als Einnahmen im Jahr 2018, was auf die hohen Kosten einer weiteren Ausbildung der Hospizbegleiter bzw. drei weiteren Palliativ-Care-Kräften zurückzuführen sei, einen positiven Haushalt vorstellen. Dank der Spenden hätte man noch ein kleines Polster und könne deshalb auch weiterhin rein ehrenamtlich arbeiten.
Die beiden Kassenprüfer, Renate Maier und das Ehrenmitglied Rudolf Huber, bescheinigten trotz sorgfältigster Prüfung der Ein- und Ausgaben keinerlei Grund zu irgendwelchen Beanstandung und beantragten deshalb Entlastung des Schatzmeisters und der Vorstandschaft, welche einstimmig erfolgte.


Bewusst geht der Verein nach wie vor diesen Weg und lehnt weiterhin ab, sowohl hauptamtliche Kräfte einzustellen, wie auch staatliche Unterstützung bzw. die Abrechnung durch Krankenkassen zu beantragen. Wenn erst einmal „das Geld eine Rolle spielt“, wird vieles anders, war der Tenor der Vorstandschaft des Vereins.


Als Vertreter für die Stadt Dinkelsbühl und den Oberbürgermeister betonte Bürgermeister Paul Beitzer in seinem Grußwort, wie sehr er die Arbeit des Hospizvereins bewundere und schätze. Er hätte bereits vor vielen Jahren die Möglichkeit bekommen, einen tieferen Einblick in die vielseitige Hospizarbeit zu bekommen. Auf einer Fahrt zu einer Ehrung nach Oberfranken, hätten die Vorsitzende und er viel Zeit gehabt sich auszutauschen und auch die Inhalte der anschließenden Fortbildung hätten ihn tief beeindruckt.


Nachdem keinerlei Wünsche oder Anträge aus der Versammlung heraus kamen, ging die zweite Vorsitzende Monika Schneck noch einmal die Veränderungen auf, die im Laufe der Zeit unabdingbar sind. Mehr Alleinlebende, mehr Personen die älter werden, mehr Demente und weniger Unterstützung seitens Familien. Mehr Druck von außen, ein Alltag, der auf „Gewinn“ ausgerichtet werden muss, würden die Sozialstruktur in der Bevölkerung verändern. Auch darauf müsse sich die Hospizarbeit einstellen.


Hannelore Weißmann bedankte sich abschließend bei allen, die dazu beitragen, dass seit über zwei Jahrzehnten Schwerkranke, Sterbende und deren Angehörige begleitet werden können. Ein Trauercafe, zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit und auch die Aus- und Fortbildungen seien nur dank der vielen kleinen und größeren Spenden möglich. Deshalb gelte es neben den Aktiven auch den passiven Mitgliedern und vielen Privatpersonen, Gruppierungen oder Firmen zu danken, die die Hospizarbeit mittragen.
Sie dankte den Beiräten, die immer hilfreich mit Rat oder Tat zur Seite stehen würden und auch den vielen anderen Stellen mit denen der Hospizarbeit eine Kooperation abgeschlossen hatte, für die gute Zusammenarbeit und nicht zuletzt wurde allen Personen gedankt, die den Hospizbegleitern ihr Vertrauen schenkten.
Mit dem Hinweis auf den jährlichen ökumenischen Gottesdienst, der diesmal von den Pfarrern Joachim Pollithy und Dr. Gerhard Gronauer zelebriert wird und vom Chor „musica é“ unter der Leitung von Joe Consentino zum Motto „Melodie des Lebens“ im Münster St. Georg stattfinden wird, beschloss Weißmann den Abend.


H.W.